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BASHA MIAO VILLAGE, CONGJIANG, QIANDONGNAN, GUIZHOU, CHINA, 2016

Jimmy Nelson – Gallery – Camera Work, Berlin

After the internationally highly considered exhibition »Before They Pass Away«, Jimmy Nelson continued his mission in life to portray the most fascinating indigenous peoples in the world. All exhibited works are on display for the very first time and have not been seen before.

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VAIOA RIVER, ATUONA, HIVA OA, MARQUESAS ISLANDS, FRENCH POLYNESIA, 2016

 

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NI YAKEL TRIBE , TANNA ISLAND, VANUATU, 2014

 

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TE PUA O FEANI, ATUONA, HIVA OA, MARQUESAS ISLANDS, FRENCH POLYNESIA, 2016

 

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HAKAHAU, UA POU, MARQUESAS ISLANDS , FRENCH POLYNESIA, 2016

 

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LONGHORN, SUO JIA, LIUZHI, LIUPANSHUI, GUIZHOU, CHINA, 2016

Camera Work, Kantstraße 149
Berlin, 10623, Germany

CAMERA WORK freut sich, die Ausstellung »Before They Part II« von Jimmy Nelson ab dem 15. Oktober 2016 präsentieren zu dürfen. Nach der international hoch geachteten Ausstellung »Before They Pass Away« im Jahr 2014 hat Jimmy Nelson sein Lebenswerk fortgesetzt und weitere faszinierende indigene Völker porträtiert. Alle Arbeiten werden zum ersten Mal präsentiert und wurden noch nie zuvor ausgestellt. Am 15. Oktober um 14 Uhr findet ein Artist Talk mit anschließender Signierstunde in der Galerie CAMERA WORK statt.

»Einzigartig« umschreibt die von Jimmy Nelson Porträtierten in vielerlei Hinsicht am treffendsten: Derart unvergleichlich faszinierend sind die von Jimmy Nelson porträtierten Stämme. Die Stammesvertreter der letzten indigenen Völker auf der Erde sind die Protagonisten seiner Fotografien. Die Arbeiten gehen weit darüber hinaus, die vage Vorstellung der Öffentlichkeit über deren Existenz mit einem nüchternen visuellen Beleg zu bedienen. Jimmy Nelson schafft mit seiner epochalen Serie ein Bewusstsein für die faszinierende Vielfalt der kultur- und geschichtsträchtigen Symbole dieser Völker, die Zeugenschaft über deren Riten, Bräuche und Traditionen abliefern. Nach dem Fertigstellen des ersten Teils der Serie »Before They Pass Away« bereiste Jimmy Nelson noch weitere Länder der Erde – von Tahiti über den Sudan bis nach China – um mehr von den faszinierenden Stämmen zu lernen und Portraits zu erschaffen, wie es noch kein anderer Fotokünstler zuvor getan hat. Der kulturelle Reichtum der indigenen Bevölkerung differenziert sich immer weiter innerhalb jedes einzelnen Stammes in einer neuen und anderen Art und Weise.

Der Betrachter wird auf eine unverfälschte Weise mit dem Unbekannten und Fremden konfrontiert, vor allem durch die fremdartige Exotik der luxuriösen Fellroben, die farbenfrohen Stoffe und den Festschmuck der Menschen. Die Dekorationen erwecken in ihrer Vielfalt schon fast eine mystische Atmosphäre. Die positive Reizung der Sinne durch die Vielfalt des kulturellen Ausdrucks ruft das Verlangen hervor, dies zu schützen und zu bewahren. Trotz der Verfremdung ist es die Schönheit, ersichtlich in allen kulturellen Artefakten, welche als bindendes Element fungiert und darüber hinaus in der Komposition und Ästhetik der Fotografien widergespiegelt ist.

Jimmy Nelson ist kein Wissenschaftler, vielmehr erzählt er Geschichten und lässt dem Rezipienten Raum für Fragen, anstatt diese vorab beantworten zu wollen. Dies gelingt ihm dank eines auf der ethnologischen Ebene bisher einzigartigen stilistischen Ansatzes. Die in der Ausstellung präsentierten – teilweise großformatigen – Arbeiten entziehen sich einer klaren Kategorisierung:

Sie oszillieren zwischen visuellem Authentizitätsbeleg und Ausdruck eines gemäß Leitmotiven von Schönheit, Stolz und Würde verpflichteten Kompositionskalküls. Stolz und Würde strahlen auch die Blicke der Menschen in den Porträts aus. Diese sind kraftvoll genug, auch vor häufig ganz ausgeblendetem Hintergrund über sich selbst hinaus zu weisen und eben jene Geschichten zu erzählen, die Jimmy Nelson auf seinen Reisen gesammelt hat.

Die Fotografien verführen geradezu, indem sich durch den Schmuck und die Bemalungen ihrer Protagonisten eine Welt an unbekannten Zeichen eröffnet, deren Referenzwerte sich dem Betrachter entziehen. Zugleich finden sich etwa in der Weise der Positionierung der Menschen vor episch anmutigen Landschaften ikonografische Muster wieder, die dem Fundus des Rezeptionshorizonts der globalisierten Welt entnommen sind. Von Berggipfeln und Anhöhen überblicken die Protagonisten ihr Territorium, mit dem sie einerseits eine harmonische Einheit bilden und zum anderen ein eindeutiger besitzmarkierender Gestus gefördert wird.

Jimmy Nelson
1967 in Kent geboren, ist Jimmy Nelson seit 1987 als Fotograf tätig. Bereits nach seinem Schulabschluss durchquerte er zu Fuß auf einer einjährigen Reise Tibet und ermöglichte mit seinem fotografischen Tagebuch der Öffentlichkeit Einblicke in ein bisher unzugängliches Land. Einer Vielzahl an aktuellen kulturellen Themen, mit deren fotografischer Dokumentation er betraut war, schloss 1994 das 30-monatige Projekt »Literary Portraits of China« an. Die Werke wurden nach Abschluss zunächst im Palast der Republik auf dem Tiananmenplatz präsentiert und begründeten eine weltweite Ausstellungstour. Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als professioneller Werbefotograf, vertiefte Nelson diesen ethnologischen Ansatz seiner künstlerischen Arbeit. Das einzigartige visuelle Resultat seiner Arbeit mit einer über 50 Jahre alten Plattenkamera von 13 Reisen in über 40 Ländern mündete durch die überwältigende internationale Resonanz schließlich in seiner monumentalen Serie »Before They Pass Away«, die er mit »Before They Part II« fortsetzte. Er setzte somit den indigenen Völkern ein Denkmal und lenkte die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf ihre gefährdete Existenz. Jimmy Nelsons Enthusiasmus, mit dem er seine Arbeit verfolgt, speist sich nicht aus einer rein dokumentarischen Intention. Er versteht sich nicht als Wissenschaftler, der sich um Fakten bemüht. Er ist Romantiker, Idealist, Ästhet: Erst aus dem Zusammenspiel all dieser Blickwinkel entsteht das in seiner Ikonografie und Stilistik faszinierende Werk. »Before They Pass Away« wurde 2013 in ein imposantes und gleichnamiges Fotobuch (teNeues) gefasst, welches mit dem Goldenen Deutschen Fotobuchpreis 2014 ausgezeichnet wurde.

 

CAMERA WORK is pleased to present the exhibition »Before They Part II« by Jimmy Nelson, starting on October 15, 2016. After the internationally highly considered exhibition »Before They Pass Away«, Jimmy Nelson continued his mission in life to portray the most fascinating indigenous peoples in the world. All exhibited works are on display for the very first time and have not been seen before.

In many respects, the term »unique« describes the people portrayed by Jimmy Nelson best: So inimitably fascinating are tribes Jimmy Nelson portrayed over the last few years. Representatives of the world’s last indigenous peoples are the protagonists in Jimmy Nelson’s photographs. His works go far beyond serving solely as a neutral visual document, serving the public’s vague idea about the existence of those tribesmen and peoples. With his epochal series, Jimmy Nelson establishes an awareness for the fascinating variety of the culture- and history-charged symbols of the people, reflecting their rites, customs and traditions, that hitherto has not existed to this extend. After finishing the first part of »Before They Pass Away« Jimmy Nelson travelled to several more countries around the world – from Tahiti to Sudan to China – in order to learn about the lives of fascinating tribes and to create portraits of them like no one had ever done before. The cultural prosperity of the indigenous populations of those countries differentiates itself even further within each single tribe in a new and different way.

The spectator is confronted with the unknown and foreign in a genuine sense through the unfamiliar exoticism of the luxuriant fur robes, the colorful cloths and decorations of the persons. The decoration in its diversity evokes an almost mystic atmosphere. The positive irritation about the manifoldness of cultural expressions is inherent with the appeal to protect and beware the people that generate it. Yet besides the disconcertment, it is the effort for beauty, noticeable in all of those cultural artifacts, that functions as a linking element and is furthermore reflected in the way of the photographs’ composition and aesthetics, thus integrating the spectator through the aesthetic sentiment.

Jimmy Nelson is not a scientist. Rather than trying to find answers, he wants to tell stories that leave room for the recipient’s questions. He succeeds in doing so due to his unique stylistic approach regarding this ethnologic level. The photographs – partly large-sized – shown in the exhibition withdraw from distinct categorization: They oscillate between being a visual testament of authenticity and being the expression of a calculus of composition committed to the ideas of beauty, pride and dignity. Pride and dignity lie in the looks of the portrayed persons’ eyes that are vigorous enough to transcend the photograph’s restriction by frame even in front of a totally diminished background. They tell exactly those stories that are of vital importance to Jimmy Nelson and that he is keen to find on his journeys.

The photographs almost seduce their spectators as they establish a world full of unknown but meaningful symbols whose reference seems to elude classification. At the same time iconographies out of the collective fund of the globalized world can be identified for example in the way the tribesmen are positioned in the surrounding epic landscapes. They oversee their territory from mountaintops and hills creating the impression of a harmonic connection with nature on the one hand but simultaneously revealing a possessive approach towards it on the other hand. Their contents’ authenticity poses the question as to which extent, or in which cultural frame, such attributes can be attested by the spectator. The game with signs, repeated by Nelson in his visual language, encodes his works with ambiguity, is eventually a game of appearances. To generally bring appearances into question is one of the central messages Jimmy Nelson took with him on his journeys.

Jimmy Nelson
Born in Kent in 1967, Jimmy Nelson started working as a photographer in 1987. Just after having left boarding school, he set off across Tibet in a one-year trip by foot. Through his photographic diary, he offered the public an insight into a hitherto inaccessible country. Afterwards he was commissioned with the photographical documentation of numerous cultural issues around the world, finally followed by the 30-month project entitled »Literary Portraits of China« in 1994. Initially being shown in the Peoples Republic on Tiananmen Square in Beijing, the images were subsequently exhibited on a worldwide tour. Besides his successful engagement as a professional commercial photographer, Nelson also focused on the ethnological aspect of his photographic work. Due to the compelling international reaction, the unique photographs taken during 13 journeys in over 40 countries with a 50-year-old plate camera finally led to his monumental project »Before They Pass Away«. It serves both as a monument to honor the last indigenous people as well as a memorial for the public to become aware of the indigenous peoples’ threatened existence. Jimmy Nelson is enthusiastically pursuing his project, but is not driven by the intention to document reality. He does not see himself as a scientist, who is only concerned about facts. He is a romantic, an idealist, and an aesthete: it is the interaction and combination of all those perspectives that generate his iconographical and stylistically fascinating work.

SOURCE: ARTNET

GALLERY: CAMERA WORK

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